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Wirtschaftspolitik

BVDM-Konjunkturtelegramm April 2026

April 2026: Geschäftsklima verharrt auf niedrigem Niveau

Im April 2026 verbesserte sich das saisonbereinigte Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienindustrie wieder. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte saisonbereinigte Geschäftsklimaindex wies gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von 0,4 Prozent auf. Mit 87,8 Punkten lag der Index dennoch im April rund 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Während die aktuelle Geschäftslage von den Unternehmen leicht schlechter bewertet wurde als im März, verbesserten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate leicht.

Im April 2026 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als im Vor­monat. Hingegen fallen die Einschätzungen im Hinblick auf die nächsten sechs Monate optimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex verzeichnete im April 2026 einen Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und notierte mit 88,6 Punkten rund 1,4 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist auf eine veränderte Lagebewertung der Unternehmen zurückzuführen. 5 Prozent der befragten Betriebe schätzten ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein, 20 Prozent bewerteten sie als negativ, während 75 Prozent von einer befriedigenden Lage ausgingen. Der saisonbereinigte Saldo verschlechterte sich um 1 Prozentpunkt von -16 auf -17 Punkte.

Bei der Beurteilung des Auftragsbestands gibt es eine leichte Verbesserung: 13 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Auftragsbestand positiv, 52 Prozent neutral und 35 Prozent negativ. Der sich ergebende Saldo von -22 Prozentpunkten stellt eine Verbesserung zum Saldo des Vorjahresmonats von -40 Prozentpunkten dar. Allerdings bleibt die Geschäfts- und Auftragslage trotz dieser Verbesserung weiterhin angespannt. Dies spiegelt sich auch in den Einschätzungen zur Kapazitätsauslastung wider. Diese ist um 4,4 Prozent niedriger im Vergleich zum Vorjahresmonat und um 1,8 Prozent niedriger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Januar bis April 2025. 58 Prozent der befragten Unternehmen klagen über Produktionsbehinderungen, wovon der Auftragsmangel mit 49 Prozent und der Fachkräftemangel mit 20 Prozent die beiden wichtigsten Hemmnisse sind.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Druck- und Medienindustrie für die kommenden sechs Monate haben sich im April 2026 leicht verbessert. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen stieg gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent auf 86,9 Punkte. Damit liegt der Wert 3,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 3 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 35 Prozent rechnen mit einer Eintrübung. 62 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Der daraus resultierende saisonbereinigte Saldo verbesserte sich auf -32 Prozentpunkte, nachdem er im Vormonat noch -34 Prozentpunktebetragen hatte. Die Erwartungen an die Entwicklung der Verkaufspreise für die nächsten drei Monate zeigen auch ein deutliches Bild. 46 Prozent der befragten Unternehmen gehen von steigenden Preisen aus, 50 Prozent von gleichbleibenden und nur 4 Prozent von sinkenden Preisen.