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Wirtschaftspolitik

BVDM-Konjunkturtelegramm März 2026

März 2026: Globale Krisen belasten das Geschäftsklima

Im März 2026 verschlechterte sich das saisonbereinigte Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienindustrie nach zwei Monaten wieder. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte saisonbereinigte Geschäftsklimaindex wies gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 2,9 Prozent auf. Mit 87,4 Punkten lag der Index damit im März rund 2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Während die aktuelle Geschäftslage von den Unternehmen besser bewertet wurde als im Februar, trübten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate aufgrund der aktuellen Ereignisse am Persischen Golf deutlich ein. Diese negative Entwicklung der Geschäftserwartungen trug maßgeblich zur Verschlechterung des Geschäftsklimas bei

Im März 2026 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage erneut besser als im Vormonat. Hingegen fallen die Einschätzungen im Hinblick auf die nächsten sechs Monate deutlich pessimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex verzeichnete im März 2026 einen Zuwachs gegenüber dem Vormonat und notierte mit 89,1 Punkten rund 1,2 Prozent über dem Wert vom Februar 2026 sowie rund 5,9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist auf eine veränderte Lagebewertung der Unternehmen zurückzuführen. 7 Prozent der befragten Betriebe schätzten ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein, 22 Prozent bewerteten sie als negativ, während 71 Prozent von einer befriedigenden Lage ausgingen. Der saisonbereinigte Saldo verbesserte sich um 2 Prozentpunkte von -18 auf -16 Punkte. Auch bei der Beurteilung des Auftragsbestands gibt eine Verbesserung: 12 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Auftragsbestand positiv, 49 Prozent neutral und 39 Prozent negativ. Der sich ergebende Saldo von -27 Prozentpunkten stellt eine deutliche Verbesserung zum Saldo des Vorjahresmonats (-35 Prozentpunkte) dar. Allerdings bleibt die Geschäfts- und Auftragslage trotz dieser Verbesserung noch angespannt.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Druck- und Medienindustrie für die kommenden sechs Monate haben sich im März 2026 deutlich verschlechtert. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen sank gegenüber dem Vormonat um 6,9 Prozent auf 85,8 Punkte. Damit liegt der Wert 9,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 5 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 37 Prozent rechnen mit einer Eintrübung. 58 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Der daraus resultierende saisonbereinigte Saldo verschlechterte sich auf -34 Prozentpunkte, nachdem er im Vormonat noch -22 Prozentpunkte betragen hatte. Die Erwartungen an die Entwicklung der Verkaufspreise für die nächsten drei Monate haben sich ebenfalls verändert. 27 Prozent der Unternehmen glauben ansteigende Preise, 70 Prozent gehen von gleichbleibenden Preisen aus und nur 3 Prozent von sinkenden Preisen. Der sich ergebende Saldo von 24 Prozentpunkten liegt damit 16 Prozentpunkte über dem des Vormonats Februar.

Diese Einschätzung ist vermutlich auf die aktuelle Situation am Persischen Golf zurückzuführen. Der Angriff der USA und Israel auf den Iran am 28.  Februar 2026 und die darauffolgende Blockade der Straße von Hormus, dem weltweit wichtigsten Engpass für die Erdöl- und Flüssigerdgas-Exporte, hat die Öl- und Gaspreise auf dem Weltmarkt stark nach oben getrieben und die Angst vor einer neuen Energiekrise angefacht. Schon jetzt sind Anstiege bei Transportkosten und Versicherungspolicen bei Schiffen zu beobachten. Es besteht zudem die Gefahr, dass es zu Lieferkettenproblemen kommen könnte, da eine Änderung von Schifffahrtsrouten über das Kap der Guten Hoffnung die Transportdauer um 14 Tage verlängert. Je länger der Konflikt andauert und je mehr Gas- und Ölraffinerien beschädigt werden, desto größer die Auswirkungen auf die Preise und desto länger wird es dauern, bis sich der Markt und somit die Preise wieder erholen.