Das aktuelle Konjunkturtelegramm

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BVDM-Konjunkturtelegramm Mai 2026

Mai 2026: Geschäftsklima erneut leicht rückläufig

Der Geschäftsklimaindex der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im Mai 2026 erneut leicht eingetrübt. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte saisonbereinigte Geschäftsklimaindex wies gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 1,4 Prozent auf. Mit 86,4 Punkten lag der Index quasi auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich leicht.

Im Mai 2026 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als im Vormonat. Die Einschätzungen im Hinblick auf die nächsten sechs Monate fallen ebenfalls pessimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäfts-lage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex verzeichnete im Mai 2026 einen Rückgang von 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat und notierte mit 87,4 Punkten rund 3,0 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist auf eine veränderte Lagebewertung der Unternehmen zurück­zuführen. 5 Prozent der befragten Betriebe schätzten ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein, 27 Prozent bewerteten sie als negativ, während 68 Prozent von einer befriedigenden Lage ausgingen. Der saisonbereinigte Saldo verschlechterte sich um 1 Prozentpunkt von -18 auf -19 Punkte.

Die Beurteilung des Auftragsbestands hat sich im Mai erneut verschlechtert: 4 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Auftragsbestand positiv, 58 Prozent befriedigend und 38 Prozent negativ. Der sich ergebende Saldo von -33 Prozentpunkten stellt dennoch eine Verbesserung zum Saldo des Vorjahres­monats von -47 Prozentpunkten dar. Allerdings bleibt die Geschäfts- und Auftragslage weiterhin angespannt. Dies zeigt sich auch in der Bewertung der Ertragslage der Unternehmen. Gerade einmal 3 Prozent gaben eine positive Einschätzung ihrer Ertragslage an, während 52 Prozent eine negative Einschätzung abgaben. 46 Prozent fanden ihre Ertragslage befriedigend. 

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Druck- und Medienindustrie für die kommenden sechs Monate haben sich im Mai 2026 leicht verschlechtert. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen fiel gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent auf 85,5 Punkte. Damit liegt der Wert 2,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 3 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 30 Prozent rechnen mit einer Eintrübung. 67 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Der daraus resultierende saisonbereinigte Saldo verschlechterte sich auf -35 Prozentpunkte, nachdem er im Vormonat noch -32 Prozentpunkte betragen hatte. Auch die Erwartungen an die Entwicklung der Verkaufspreise für die nächsten drei Monate zeigen ein deutliches Bild: 46 Prozent der befragten Unternehmen gehen von steigenden Preisen aus, 50 Prozent von gleichbleibenden und nur 4 Prozent von sinkenden Preisen.

Konjunkturtelegramm als Stimmungsbild

Das BVDM-Konjunkturtelegramm beschreibt die monatliche Entwicklung der deutschen Druckindustrie anhand von zwei Stimmungsindikatoren, nämlich der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten. Außerdem wird auf die Entwicklung des Geschäftsklimas eingegangen, das anhand der beiden erstgenannten Indikatoren berechnet wird.

Der BVDM erhält die Zahlen vom renommierten ifo Institut, welches sie im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft erhebt. Antworten der Druck- und Medienunternehmen fließen somit nicht nur direkt in das Konjunkturtelegramm des bvdm ein, sondern auch in den der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex.

Wie alle Stimmungsindikatoren basiert auch das Konjunkturtelegramm des bvdm auf subjektiven Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Das heißt, ihm liegen gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Die Lage-Beurteilungen und Lage-Erwartungen werden aber aufgrund realer Entwicklungen in den Druck- und Medienunternehmen gebildet. Sie erlauben daher wichtige Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Branche und sind ein bewährter Frühindikator für ihre nähere Zukunft.

Aussagekraft des Konjunkturtelegramms

Die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms belegt nicht zuletzt der Vergleich des Geschäftsklimas mit der dann eingetretenen tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.

Berechnungen des bvdm zeigen, dass die Jahresveränderungsraten des Geschäftsklimaindexes eine hohe und dazu statistisch signifikante Korrelation mit dem amtlichen Produktions- sowie dem Umsatzindex aufweisen. Für den Zeitraum von Januar 1992 bis September 2017 betrug der maximale Korrelationskoeffizient in beiden Vergleichen 0,56. Dabei kam dieser Zusammenhang mit einem um sechs Monate verzögerten Produktionsindex sowie mit einem um 10 Monate verzögerten Umsatzindex zustande – beides Indizien für eine Vorlaufeigenschaft des Geschäftsklimaindexes, die bei Prognosen sehr hilfreich ist.

Zwar führt eine Korrelation nicht zwingend zu einem kausalen Zusammenhang. Mittels einfacher ökonometrischer Modelle lässt sich jedoch nachweisen, dass das Geschäftsklima auch kausal sowohl mit dem Produktions- als auch mit dem Umsatzindex zusammenhängt und somit zur Erklärung des Verlaufs dieser sogenannten harten amtlichen Konjunkturindikatoren beitragen kann.

Machen Sie das Konjunkturtelegramm noch aussagekräftiger!

Je mehr Druckunternehmen an der Umfrage des ifo Instituts teilnehmen, desto höher ist die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms. Teilnehmende Unternehmen erhalten zudem einen zeitnahen Maßstab zur Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Branche.

Nehmen also auch Sie an der monatlichen (Online-)Befragung des ifo Instituts teil. Nutzen Sie hierfür die Informationen unter https://www.ifo.de/umfrageteilnahme .

Durch Ihre Einschätzung der spezifischen wirtschaftlichen Situation Ihres Unternehmens helfen Sie der gesamten Druck- und Medienbranche, indem Sie die Aussagekraft dieses wichtigen Vergleichsmaßstabs verbessern.

Ansprechpartner

Portraitbild von Dr. Tobias Zander
Dr. Tobias Zander
Referent Wirtschaftspolitik