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Fachkräftegewinnung

Attraktiver Arbeitgeber in turbulenten Zeiten

Die Corona-Pandemie hat die Marktsituation grundlegend verändert. Macht es in dieser unsicheren Situation Sinn, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren? Absolut! Gerade jetzt ist die Chance besonders groß, Fachkräfte und Auszubildende zu gewinnen und zu binden, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und die Existenz des Unternehmens zu sichern.

Von Christoph Hauke, Autor, Redner, Impulsgeber und Experte für Arbeitgeberattraktivität, digitale Transformation und Führung 

Egal, in welcher Situation sich ein Unternehmen befindet, ohne kluge Köpfe, eine Lern- und Leistungsbereitschaft sowie ohne echtes Engagement werden jegliche geschäftlichen Überlegungen nur Wunschdenken bleiben. Ziel muss es also sein, auch in der Krise als ein attraktiver, verlässlicher und authentischer Arbeitgeber für Fachkräfte und Auszubildende wahrgenommen zu werden. Einige wirkungsvolle Maßnahmen helfen dabei, ohne großartig Kosten zu verursachen.

Ehrlichkeit und Transparenz

Ein verlässlicher Arbeitgeber legt Wert auf Ehrlichkeit und Transparenz. Dabei vermitteln verantwortliche Führungskräfte den Mitarbeitenden ein realistisches Bild der Unternehmens- und Bereichssituation. Nur diese Wahrhaftigkeit wird dazu führen, dass sich Mitarbeitende auch in Krisenzeiten einbringen und das Unternehmen als authentisch erleben. Und Unternehmen werden alle besonderen Fähigkeiten, Erfahrungen und Leistungen der Mitarbeitenden benötigen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Sicherheit als Attraktivitätsargument

Für Unternehmen, die trotz oder gerade wegen der Corona-Krise Fachkräfte und Auszubildende gewinnen und binden möchten, ist es sinnvoll, jetzt spezifische Argumente wirkungsvoll einzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Job-Sicherheit, langfristige Beschäftigungsperspektiven, Homeoffice-Möglichkeiten, ein gutes Corona-Management oder ein etablierter Gesundheitsschutz. Das erhöht die Arbeitgeber-Reputation und sorgt so für das nötige und grundlegende Vertrauen bei den Mitarbeitenden und bei wechselinteressierten Kandidaten.

» Im Mittelstand wird sich zeigen, ob die Eigenkapitalquoten für einen Großteil der Unternehmen als Polster gegen die Corona-Krise ausreichend sind. «
Christoph Hauke, Autor, Redner, Impulsgeber und Experte für Arbeitgeberattraktivität, digitale Transformation und Führung

Wertschätzende Trennungskultur

Ein starker Arbeitgeber zeichnet sich durch eine wertschätzende Trennungskultur aus. Es wird sich schnell herumsprechen, wenn mit verdienten Mitarbeitenden bei einer nicht vermeidbaren und schmerzhaften Trennung nicht wertschätzend umgegangen wird. Die verbleibenden Mitarbeitenden werden genau beobachten, ob Mitarbeitende als austauschbare „Kosten auf zwei Beinen“ gesehen werden oder als wertvolle Mitarbeitende, mit deren Leistungen, Ideen und Engagement gemeinsam neue Wege beschritten und neue Erfolge erzielt werden können. Mitarbeitende leiten von der erlebten Trennungskultur ab, ob es für sie an der Zeit ist, sich möglichst bald nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen oder doch weiterhin das Unternehmen tatkräftig zu unterstützen. Und öffentlich wird ein unsensibler Umgang sehr schnell durch negative Äußerungen in Arbeitgeber-Bewertungsportalen, die noch Jahre später für alle Interessenten sichtbar sein werden.

Reden ist Gold

Es nutzt nichts, attraktiv, verlässlich und authentisch zu sein und viel für die Mitarbeitenden zu tun, wenn es keiner weiß. Also sollten die richtigen Kanäle genutzt werden, um genau diese Arbeitgeber-Vorteile wirkungsvoll zu kommunizieren. Das fängt mit zielgerichteten Informationen auf der eigenen Karriere-Webseite an. Ob dann Social-Media-Kanäle genutzt werden, hängt ganz davon ab, ob diese Kanäle regelmäßig bedient werden bzw. ob auf Anfragen in Echtzeit reagiert werden kann. Auch sollte nicht vergessen werden, dass die Kommunikation der Arbeitgeber-Vorteile nach innen wirken soll, denn die leistungsstarken Mitarbeitenden sollen ja gebunden werden. Das lässt sich durch Statements in Betriebsversammlungen, Abteilungsbesprechungen, Mitarbeiter-Zeitschriften oder Newslettern realisieren – gerne auch durch Testimonials der Mitarbeitenden selbst.

Virtuell und schnell

Die aktuellen Beschränkungen bieten eine gute Gelegenheit, um virtuelle Recruiting-Verfahren zu etablieren und sich damit als ein moderner Arbeitgeber zu präsentieren. „Sehen wir uns im Video-Jobinterview?“ stand bereits in der Stellenanzeige, und die Resonanz darauf war durchweg positiv. Kandidaten und Bewerber (m/w/d) empfinden ein schnelles Feedback und eine individuelle virtuelle Kommunikation als vorteilhaft. Eine Win-win-Situation, denn auch Unternehmen haben im Recruiting-Prozess ein Interesse an einem persönlichen Eindruck und an einer schnellen Entscheidung.

Gerade in Krisenzeiten wird es darauf ankommen, als attraktiver, verlässlicher und authentischer Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Die Gefahr, durch ein mangelhaftes Personalmanagement einen nachhaltigen Imageschaden zu erleiden, ist momentan groß. Ein gutes Arbeitgeber-Image wird das Vertrauen nach innen und nach außen stärken – zum Vorteil aller Beteiligten.

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