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07. Februar 2022

Intergraf appelliert an UPM, den Streik schnell zu beenden

Der Streik in den finnischen Papierfabriken verschärft die derzeitige Papierknappheit auf dem europäischen Markt und wird in den kommenden Wochen schwerwiegende Auswirkungen auf das Angebot von Druckerzeugnissen haben.

Während die Nachfrage nach grafischen Produkten in den letzten zwei Jahren deutlich zurückgegangen ist, hat sie nun fast wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Im Jahr 2020 waren die Kunden gezwungen, ihre Printwerbung einzuschränken, und viele stiegen auf elektronische Kommunikationsmittel um. Mitte 2021 hat sich dieser Markt wieder Druckerzeugnissen zugewandt, aber die Kunden sind nun mit steigenden Preisen und Unsicherheiten bei der Rohstoffversorgung konfrontiert.

Der anhaltende Streik bei UPM verschärft die Situation, insbesondere bei Papiersorten wie LWC (leicht gestrichen) und MWC (mittelschwer gestrichen). Es wird geschätzt, dass in einigen Ländern fast 50 % dieses Papiers für den Heatset-Druck von einem einzigen Lieferanten stammt. Die Lagerbestände der Druckereien werden bis zum Ende des Streiks nicht ausreichen, und die Druckereien werden gezwungen sein, ihren Kunden mitzuteilen, dass sie nicht in der Lage sind, die Aufträge auszuführen. Dies bedeutet, dass die Verlage gezwungen sein werden, den Druck von Ausgaben aufgrund von Papiermangel einzustellen. Die Verknappung betrifft alle Arten von Druckerzeugnissen, wirkt sich aber besonders nachteilig auf zeitkritische Druckerzeugnisse wie Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und Werbung aus.

Intergraf hat von seinen Mitgliedern die dramatische Rückmeldung erhalten, dass 40 % des ab Mitte Februar benötigten Papiers nicht beschafft werden können. Die Herstellung von Druckprodukten wird so unmöglich. Dies wird nicht nur für die Druckereien, sondern auch für die Endkunden zu großen finanziellen Verlusten führen. Engpässen bei vielen gedruckten Konsumgütern sind absehbar.

Ulrich Stetter, Präsident von Intergraf, erklärt: "Wir haben echte Engpässe in der Papierversorgung. Es ist absehbar, dass sich diese Engpässe in den kommenden Monaten noch verschärfen werden. Aufgrund der Produktionskosten und der Papierknappheit verlieren wir treue Printkunden und Katalognutzer. Es besteht ein großes Risiko, dass diese Kunden nicht mehr zurückkehren werden. Dies gefährdet die Erholung unserer Branche und unserer Zulieferer nach der Pandemie. Beide Gruppen werden irreparablen Schaden erleiden."

Beatrice Klose, Generalsekretärin von Intergraf, erklärt: "Druckerzeugnisse sind ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. Viele Bürger sind auf gedruckte Informationen angewiesen. Unsere Industrie und unsere Produkte sind nicht nur ein großer Wirtschaftszweig, sondern unterstützen auch die Bürger, die Kultur und alle anderen Wirtschaftszweige auf die eine oder andere Weise. Diese Unterstützung ist durch die derzeitigen Spannungen in der Lieferkette bedroht".

Intergraf hat in einem Schreiben an den CEO von UPM ein Ende des Streiks gefordert.

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