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04. Oktober 2021

Geschäftsklimaindex stabilisiert sich

Nachdem sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche im August leicht abgekühlt hatte, blieb es im September nahezu unverändert. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex nahm gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 0,4 Prozent ab und lag mit 104,4 Punkten erneut deutlich über seinem Vorjahresniveau. Die derzeitige Rohstoffknappheit und der damit einhergehende Mangel an Vorleistungsgütern sorgten jedoch dafür, dass die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage erstmals seit Jahresanfang wieder schwächer bewerteten als noch im Vormonat.

Im September bewerteten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schwächer als im August. Ihre Erwartungen bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung hingegen hellten sich gegenüber dem Vormonat etwas auf. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Während der saisonbereinigte Geschäftslageindex seit Februar 2021 ununterbrochen zulegen konnte, büßte er im September 2,0 Prozent gegenüber dem August ein. Damit wurde die siebenmonatige Erholungsentwicklung des Index beendet. Mit 100,3 Punkten notiert der Index rund 1,0 Prozent unter seinem Vorkrisenstand vom Februar 2020. Nach wie vor liegt er allerdings deutlich über seinem Vorjahreswert – derzeit beträgt das Plus rund 20 Prozent. Trotz des zuletzt per Saldo gestiegenen Auftragsbestandes sowie der im Vorjahresvergleich deutlich besseren Nachfrage- und Produktionsentwicklung, bremst der aktuelle Rohstoff- und Materialmangel die konjunkturelle Erholung der Branche sichtlich ab. Zusätzlich verhindern stetig steigende Preise für Vorleistungsgüter die Besserung der Ertragslage der Unternehmen. Im September beurteilten 13 Prozent der Befragten ihre Ertragslage als gut, 34 Prozent hingegen als schlecht. Gegenüber dem Vorjahr legte der Saldo somit – trotz zuletzt gestiegener Verkaufspreise – nur marginal zu, blieb allerdings mit -22 Prozentpunkten deutlich im negativen Bereich.

Dennoch blicken die Druck- und Medienunternehmen derzeit etwas zuversichtlicher als im Vormonat in die Zukunft. Im September stieg der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 1,3 Prozent gegenüber dem August. Mit 108,7 Punkten liegt der Index rund 8 Prozent über seinem Vorjahresniveau. Obwohl die aktuelle Engpasssituation den Unternehmen stark zusetzt, erwarten rund 30 Prozent einen Anstieg ihrer Produktionsaktivitäten in den kommenden drei Monaten. Lediglich rund 5 Prozent gehen von einer rückläufigen Produktionsentwicklung aus. Deshalb planen die Unternehmen per Saldo auch wieder, ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen. Nichtsdestotrotz rechnen die Unternehmen damit, dass die großen Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten auch in den nächsten Monaten bestehen bleiben dürften. So geben 34 Prozent der Unternehmen an, im Laufe der nächsten drei Monate Gebrauch von Kurzarbeit machen zu wollen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies allerdings einem Rückgang von rund 20 Prozentpunkten.

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