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01. Dezember 2022

"Erwerbsmigration deutlich ausweiten!"

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstützt das Ziel der Bundesregierung. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Zuwanderung muss am Arbeitsmarktbedarf ausgerichtet sein“

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat anlässlich der geplanten Vorstellung der Eckpunkte für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz im Bundeskabinett am Mittwoch betont, dass neben der Aktivierung des inländischen Arbeitskräfte- und Fachkräftepotenzials die Zuwanderung ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung ist. „Der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials infolge des sukzessiven Renteneintritts der Baby-Boomer-Generation ist ein Wachstums- und Wohlstandshemmnis. Allein durch eine Aktivierung aller inländischen Potenziale werden wir den Fachkräftebedarf nicht decken können. Daher brauchen wir auch die gezielte Anwerbung von Personal aus dem Ausland“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw hat dazu Leitlinien entwickelt. Zentraler Punkt ist die arbeitsplatzorientierte Zuwanderung. „Die Zuwanderung muss sich vor allem am Bedarf des Arbeitsmarkts orientieren. Das Vorliegen eines Arbeits- oder Ausbildungsvertrags muss weiterhin die Grundvoraussetzung für die gezielte Zuwanderung sein“, so Brossardt.

Außerdem fordert die vbw, die Möglichkeiten der Zuwanderung von an- und ungelernten Arbeitskräften auszuweiten. Brossardt: „Dazu gehört die verbesserte Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, verbunden mit einem stärkeren Fokus auf berufspraktische Erfahrungen.“

Grundsätzlich regt die vbw an, zu überlegen, inwieweit es dem Ermessenspielraum des Arbeitsgebers überlassen werden kann, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen – losgelöst von formalen Nachweisen zur Qualifikation und Sprachkenntnissen. „Um hier für Arbeitgeber die Chancen zu verbessern, potenzielle Mitarbeiter*innen kennenzulernen und Kompetenzen festzustellen, sollte eine befristete Einreise zur Probearbeit ermöglicht werden“, sagte Brossardt. 

Die vbw fordert zudem, das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit zu streichen. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist die Rekrutierung im Ausland ohne Unterstützung nur schwer zu organisieren. Die Zeitarbeits- und Personalvermittlungsunternehmen sollten hier mit ihrer Expertise und Erfahrung in Vermittlung und Qualifizierung unterstützen können.“

Die vbw hält es zudem für erforderlich, die Westbalkan-Regelung zu entfristen, die eingeführte Kontingentierung wieder abzuschaffen und grundsätzlich die Optionen für die Zuwanderung von an- und ungelernten Arbeitskräften auszuweiten. Handlungsbedarf besteht für die vbw zudem darin, die Verwaltungsverfahren zu vereinfachen, zu digitalisieren und zu beschleunigen. „Ein höheres Maß an Erwerbsmigration wird sich nur realisieren lassen, wenn die Zuwanderungsverfahren deutlich unbürokratischer ablaufen“, so Brossardts Mahnung.

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