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06. Juli 2021

Druck- und Medienindustrie: Geschäftsklima beruhigt sich

Nach der turbulenten Entwicklung des Geschäftsklimas der deutschen Druck- und Medienbranche in den vergangenen Monaten beruhigte sich das Klima im Juni etwas. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex legte gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 0,9 Prozent zu und notierte mit 100,0 Punkten rund 2,3 Prozent unter seinem Vorkrisenwert vom Februar 2020.

Während sich die Geschäftslage der Unternehmen aufgrund der derzeit nachlassenden Infektionsdynamik weiter verbesserte, fielen die Erwartungen schwächer als im Vormonat aus. Dies dürfte vor allem mit der derzeit zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante und den damit verbundenen Sorgen über erneute Einschränkungsmaßnahmen in den kommenden Monaten zusammenhängen. Auch Erwartungen hinsichtlich von − im weiteren Jahresverlauf − stark steigender Lieferantenpreise spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Im Juni bewerteten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Lage besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung fielen jedoch schwächer als noch im Mai aus. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex bereits im Mai zugelegt hatte, fiel der Anstieg im Juni nochmals stärker aus. Der Index nahm um 5,2 Prozent zu und notierte mit 95,2 Punkten 26,3 Prozent über seinem Corona-Tief vom Juni 2020. Eine im Vorjahresvergleich sichtlich bessere Nachfrage-, Auftrags- und Produktionsentwicklung sind die wesentlichen Gründe dieses außergewöhnlich starken Anstiegs. Dennoch muss hierbei berücksichtigt werden, dass der Geschäftslageindex sich im Juni des vergangenen Jahres auf einem Elfjahrestief befand, sodass der Vorjahresvergleich folglich sehr hoch ausfällt. So sind nach wie vor die meisten Unternehmen mit ihrem Auftragsbestand unzufrieden. Zwar verbesserte sich der Saldo im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozentpunkte, blieb aber mit einem Wert von rund -33 Prozentpunkten deutlich im negativen Bereich. Folglich nehmen auch weiterhin mehr als die Hälfte aller Teilnehmer Kurzarbeit in Anspruch – vor einem Jahr waren es allerdings noch mehr als zwei Drittel aller Unternehmen. Dennoch kann eine graduelle Erholungsentwicklung der aktuellen Geschäftslage festgestellt werden, da diese sich im vormonatlichen Vergleich seit mittlerweile fünf Monaten in Folge bessert.

Dass sich das Geschäftsklima trotz der positiven Entwicklung der Geschäftslage kaum veränderte, ist auf die pessimistischeren Erwartungen der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Geschäftslage zurückzuführen. Im Juni fiel der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 3,2 Prozent auf 105,0 Punkte. Der Index liegt damit 8,1 Prozent über seinem Vorjahresniveau – im Mai waren es noch 15,1 Prozent. Ein wesentlicher Grund für diesen Vormonatsrückgang dürften − mit der aktuell starken Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zusammenhängende − Sorgen über erneute Einschränkungsmaßnahmen ab Herbst sein. Zudem dürfte die Abnahme des Index auch auf Befürchtungen über eine weitere Fortsetzung der derzeit stark steigenden Lieferantenpreise zurückzuführen sein. Hierauf planen die Unternehmen zu reagieren. So planen rund 20 Prozent der Unternehmen, ihre Verkaufspreise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Lediglich rund 4 Prozent wollen die Preise senken. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Saldo damit um rund 28 Prozentpunkte.

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