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Streifzug durch 75 Jahre #Gemeinschaft für Print

Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Verbandes Druck und Medien Bayern e. V.
— von 1946 bis heute

Vom Druckhandwerk zur Druckindustrie, vom Bleisatz zu Print 4.0, vom Pioniergeist nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Herausforderungen der Gegenwart. So lässt sich die wechselhafte Geschichte der Druckbranche in den letzten 75 Jahren in kurzen Worten beschreiben. Eine Geschichte, die der VDMB maßgeblich mitgeprägt hat. Eine Geschichte von permanentem Wandel, zahlreichen Umbrüchen und von erfolgreichen Unternehmen.

1946 — Zu neuen Ufern!

Neubeginn vor 75 Jahren: Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs schließen sich die bayerischen Druckereibesitzer mit einem Organisationsgrad von 90 Prozent zum Verein der Graphischen Betriebe in Bayern (VdGB) zusammen.

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1947 — Wiederaufbau und Mangelwirtschaft

Die deutsche Bevölkerung stand bei Kriegsende vor Trümmern. Die Druckbetriebe haben mit dem Mangel an Rohstoffen und zerstörter Infrastruktur zu kämpfen.

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1948 — Währungsreform

Am 21. Juni 1948 wird die Deutsche Mark in den westlichen Besatzungszonen eingeführt.

1949 — Sicherung der Qualität der Berufsausbildung

Die Bundesrepublik Deutschland wird gegründet. Außerdem wird der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (kurz: ZFA) 1949 als zentrale Aufgabenerstellungseinrichtung für die Sicherung der Qualität der Berufsausbildung im grafischen Gewerbe ins Leben gerufen.

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1950 — Neuer Vorsitzender

Wilhelm Lampl (im Bild) hatte in diesem Jahr Theodor Dietz als Vorsitzenden des VdGB abgelöst. Dieser wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1951 — Gründung der Fogra und erste drupa

Seit 70 Jahren weltweit der Magnet für die Druckindustrie: Die drupa fand mit 527 Ausstellern erstmals statt. Außerdem wurde die „Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im graphischen Gewerbe“ gegründet.
 

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1952 — Neuer Vorsitzender

Die Mitgliederversammlung wählt einen neuen Vorsitzenden des VdGB
Anton Schmidt wird Nachfolger von Wilhelm Lampl, der 1954 mit der goldenen Ehrennadel des VdGB geehrt wird.

1953 — Aus Verein wird Verband

Umbenennung in Verband der Graphischen Betriebe in Bayern (VdGB)

1954 — Weltmeister!

Deutschland wird Fußballweltmeister

Bild: picture alliance / dpa / dpa-Fotografen

1955 —Wirtschaftswunder

Dieses Jahr wird zum wachstumsstärksten der deutschen Geschichte. Die Wirtschaft wuchs um 10,5 Prozent, die Reallöhne sind um 10 Prozent gestiegen.
Der VdGB bezieht seine neue Geschäftsstelle in der Theatinerstraße 31 in München.

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1961 — Neuer Geschäftsführer

Der VdGB bekommt mit Dr. Klaus Beichel einen neuen Hauptgeschäftsführer, der die Geschicke des Verbandes bis ins Jahr 1998 lenken soll. 

1962 — Einstieg in den Offsetdruck

Auf der vierten drupa stellte Heidelberg seine erste Offsetmaschine KOR („Kleine Offset Rotation“) im Format 40 x 57 cm vor. In den 14 Messetagen wurden über 1000 Stück verkauft. 

1965 — Neuer Vorsitzender

Eberhard Oldenbourg (r.) wird neuer Vorsitzender des VdGB. Vorgänger Anton Schmidt (l.) wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1966 — Rezession und Wirtschaftskrise

Zwischen Herbst 1966 und Sommer 1967 erlebt die BRD die erste große Wirtschaftskrise seit Bestehen.

1968 — Umzug in die Friedrichstraße

Der VdGB bezieht seine neue Geschäftsstelle in der Friedrichstraße 22 in München.

1969 — VBD

Umbenennung in Verband der Bayerischen Druckindustrie e. V. (VBD)

1970 — Aufkommen neuer Technologien

Jahrzehntelang beherrschte die „Linotype“ die Satzherstellung in aller Welt (s. Bild). Anfang der 1970er-Jahre war der Handsatz noch weit verbreitet, dies änderte sich im Laufe der kommenden Jahre mit der Einführung des Fotosatzes.

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1973 — Vorsitzender Schleunung

Willy Schleunung (r.) wird von der Mitgliederversammlung als Nachfolger von Eberhard Oldenbourg (l.) zum neuen Vorsitzenden gewählt. 

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1973 — Gründung üba

Der VBD gründet seine Überbetriebliche Ausbildungsstätte (üba) in der Klenzestraße 57 in München.

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1975 — Schwarzes Jahr für die Branche

Die bayerische Druckindustrie durchläuft eine schwere Krise. Konjunkturelle, aber auch strukturelle Gründe sind die Ursachen. 

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1976 — Der Offsetdruck nimmt Fahrt auf

Am Beispiel der Zeitungsproduktion kann das Vordringen des ­Offsetdrucks eindrucksvoll demonstriert werden. Zwar wurden 1975 nur 7,3 Prozent aller Zeitungen im Offset­druck­verfahren ­hergestellt, doch stieg der Produktionswert der im Offsetdruckverfahren ­hergestellten Zeitungen gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent. Im Buchdruck lag der Marktanteil bereits bei 60 Prozent der gesamten Buchproduktion.

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1980 — Vertrag zur Förderung der Berufsausbildung

Trotz der Kämpfe um die Rationalisierungsschutzabkommen kam es im Jahr 1980 zwischen den Tarifparteien Bundesverband Druck e. V. und IG Druck und Papier zu einem „Vertrag über die Förderung der Berufsausbildung in der Druckindustrie“. Darin wurden die gemeinsame Lösung fachlicher Fragen der Berufsausbildung und die bundeseinheitliche Prüfungsaufgabenerstellung im paritätisch besetzten „ZentralFachausschuss für die Druckindustrie“ festgeschrieben". (Quelle: zfamedien.de)

1981 — Neue Technologien – Gefahr oder Chance?

Ab Anfang der 1980er-Jahre nahm die Digitalisierung in der Druckproduktion Fahrt auf. Mit dem ersten Mac, wegen des kleinen Bildschirms „Mäusekino“ genannt, begann die eigentliche Revolution.

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1982 — Zweite Ölkrise

Die Ölpreisexplosion und eine anhaltende Konsolidierungskrise ließ das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 1982 auf minus ein Prozent sinken.

1986 — Aufschwung im 40. Jahr des Bestehens

"Bayerns Druckereien legen überdurchschnittlich zu"
(Ausschnitt aus der Süddeutschen Zeitung vom 26. Mai 1986)

1989 — Fall der Berliner Mauer

Bild: picture alliance / dpa / Martti Kainulainen

 

1993 — Umschwung

Ein Jahrzehnt ununterbrochener Aufschwung geht zu Ende. Hannsgörg Pfeiffer löst Willy Schleunung (Bildmitte) nach 20 Jahren als Vorsitzenden ab.
Der VBD gründet ein Schulungszentrum.

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1994 — Längster Arbeitskampf

Der längste Arbeitskampf der Branche zog sich von Ende 1993 bis zum 3. Juli 1994 hin. 

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1995 — Medienwandel


Der Begriff „Multimedia“ wurde zum Wort des Jahres gewählt.

1996 — Ein halbes Jahrhundert!

Im historischen Reichssaal des Alten Rathauses zu Regensburg fand die 50. Jahreshauptversammlung des VBD am 10. Mai 1996 mit mehr als 300 Besuchern statt.

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1998 — Ein revolutionärer Schritt!

Ein einheitlicher Ausbildungsberuf für die Druckvorstufe war die Antwort auf die Ausbreitung der Digitaltechnologie und die Vernetzung der Produktion.
Nach 37 Jahren wird Dr. Klaus Beichel von Karl Georg Nickel als Hauptgeschäftsführer abgelöst.

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2000 — Druck und Medien

Auf der Jahrestagung im Jahr 2000 beschließen die Mitglieder die Umbenennung in Verband Druck und Medien Bayern e. V.
Hauptgeschäftsführer Karl Georg Nickel (Bild) begründete diesen Schritt wie folgt: „Der allgemeine Wandel zur Informationsgesellschaft lässt den Bedarf an kommunikationstechnischen Produkten und Dienstleistungen jenseits des Printbereichs sprunghaft ansteigen. Um jedermann zu signalisieren, dass die Druckindustrie ihre Kompetenz für Medien offensiv vertritt, hat der Vorstand des VBD einstimmig beschlossen, eine Satzungsänderung zu beantragen“.

2001 — Neuer Vorsitzender

 Claus Oeben (Bild) löst Hannsgörg Pfeiffer als Vorsitzenden ab.

2003 — Arbeitgeberstreik in München

„Schröder lässt uns hängen“: Mit Trillerpfeifen, Trommeln und Plakaten: Unter dem Motto "Jetzt reicht's!" protestierten 12.500 Unternehmer/innen im Jahr 2003 in München gegen die Wirtschaftspolitik der damaligen Bundesregierung und forderten Steuersenkungen, niedrigere Subventionen und ein effizienteres Sozialsystem. Der VDMB war mit dabei.

2004 — Vorsitzender Niebauer

Reiner Niebauer (l.) löst Claus Oeben als Landesvorsitzenden ab.

2008 — Vorreiter im Klimaschutz

Als einer der ersten Wirtschaftsverbände in Deutschland zeigte der bvdm bereits 2008 die Mög­lichkeiten zum Klimaschutz in seiner Branche auf und begann, Unternehmen bei der Umsetzung kon­kret zu unterstützen. Heute ist die Klimainitiative der Druck- und Medienverbände ein vielbeachtetes Instrument des Klima- und Umweltschutzes. 

2011 — Neuordnung Druckberufe und PSO

Aus den Berufen Drucker, Siebdrucker und Buchbinder werden Medientechnologen.        
Der ProzessStandard Offsetdruck wird erstmals veröffentlicht.

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2012 — Busch folgt auf Nickel, bvdm zieht nach Berlin

Der Vorstand des Verbandes Druck und Medien Bayern e.V. beruft Holger Busch (r.) zum 1.1.2012 zum Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Er tritt die Nachfolge von Karl-Georg Nickel (l.) an, der sein Amt nach 13 Jahren zum Jahresende abgibt.
Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) verlegt seine Geschäftsstelle von Wiesbaden nach Berlin.

2013 — Christoph Schleunung neuer Vorsitzender

Christoph Schleunung folgt auf Reiner Niebauer als Landesvorsitzender. Fast auf den Tag genau 40 Jahre nach seinem Vater Willy Schleunung bekommt er das Amt von den Mitgliedern des VDMB anvertraut.

2014 — Erster Deutscher Druck- und Medientag

Mehr als 250 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet warfen am 26. und 27. Juni in München gemeinsam mit namhaften Referenten einen Blick in die konkrete Zukunft des Gedruckten. 

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2016 — Verband des Jahres

Im Jahr seines 70-jährigen Bestehens kann sich der VDMB über die Auszeichnung als "Verband des Jahres" freuen.

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2017 — Neues Kraftzentrum für die Druckbranche

Starke Partner unter einem Dach: Der VDMB bezieht seine neue Geschäftsstelle in Aschheim — unter ein Dach mit der Fogra. Besonders eng rücken beide Partner durch die gemeinsame Nutzung von Gebäudeeinrichtungen zusammen, die vom Drucksaal bis zu den Konferenzräumen reicht.

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2019 — Bayerische Meisterschaften

Der VDMB wurde zum Leistungszentrum für Druck und Medien der WorldSkills Germany ernannt. In dieser neuen Funktion hat der VDMB mit seiner Überbetrieblichen Ausbildung erstmalig die Bayerischen Meisterschaften für Druck- und Medientechnik in Aschheim bei München ausgetragen.

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2020 — Branche im Griff der Pandemie

Die Auswirkungen der Corona-Krise und die wirtschaftlichen Perspektiven der bayerischen Druck- und Medienunternehmen waren die zentralen Themen auf der Jahrestagung 2020 des VDMB in Aschheim. Die Veranstaltung fand unter strengen Auflagen und mit einem umfassenden Hygienekonzept statt.

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2021 — 75-jähriges Bestehen

Der VDMB feiert sein 75-jähriges Bestehen auf dem Bayerischen Druck- und Medientag vom 14. bis zum 16. Oktober 2021 in Bamberg.

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1946 Zu neuen Ufern!

Neubeginn vor 75 Jahren: Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs schließen sich die bayerischen Druckereibesitzer mit einem anfänglichen Organisationsgrad von 90 Prozent zum Verein der Graphischen Betriebe in Bayern (VdGB) zusammen. Die Anfangsjahre sind geprägt vom Wiederaufbau der zerbombten Städte und der Infrastruktur von Rationierungen und Papiermangel. Zur ersten Hauptversammlung des VdGB in Regensburg kamen fast 500 Teilnehmer aus über 400 Abstimmungsberechtigten Betrieben.
Als erster Vorsitzender des VdGB wurde Theodor Dietz gewählt. Erster Geschäftsführer war Franz Fisslthaler. Druckunternehmer Dietz gelang es, beauftragt von der US-Besatzungsmacht und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, das gesamte graphische Gewerbe in einem Einheitsverband zusammenzufassen und die Stellung Bayerns auszubauen. Der Verein der Graphischen Betriebe war die erste Berufsorganisation in Bayern, die nach dem Zusammenbruch ins Leben gerufen wurde und ihr Aufbau und ihre Organisation wurde richtungsweisend für viele andere wirtschaftliche Berufsvertretungen, die später entstanden.
Erste Geschäftsstelle war in der Karl-Theodor-Str. 29 in München.

Die deutsche Bevölkerung stand bei Kriegsende vor Trümmern. In den vier Besatzungszonen lebten etwa 75 Millionen Menschen, fast 30 Prozent der Wohnungen wie auch die Infrastruktur (Verkehrsnetze, Wasser-, Strom- und Telefonleitungen) waren zerstört. Die Anfangsjahre sind geprägt vom Wiederaufbau der zerbombten Städte und der Infrastruktur von Rationierungen und Papiermangel.
Die Hauptversammlung des VdGB. wurde in diesem Jahr aufgrund der sich verschärfenden wirtschaftlichen Situation auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bild: picture alliance / prisma / Schultz Reinhard

Der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (kurz: ZFA) wurde 1949 als zentrale Aufgabenerstellungseinrichtung für die Sicherung der Qualität der Berufsausbildung im grafischen Gewerbe gegründet. Träger des ZFA sind der Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm) mit Sitz in Wiesbaden sowie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Fachbereich Medien, Kunst und Industrie mit Sitz in Berlin. Die wesentlichen Aufgaben des ZFA sind heute: Fachliche Fragen der Berufsbildung in der Druck- und Medienindustrie gemeinsam zu lösen und Bundeseinheitliche Prüfungsaufgaben für die Druck- und Medienberufe zu erstellen.
Am 23. Mai 1949 wird in Bonn die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Der VdGB zieht in die neue Geschäftsstelle (ab August 1949) in der Weinstraße 4 in München.

Am 9. Mai 1951 wurde unter dem Vorsitz von Wilhelm Lampl (VdGB) in Wiesbaden die „Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im graphischen Gewerbe“ (heute: Fogra) gegründet.
Seit 70 Jahren weltweit der Magnet für die Druck- und Medienwirtschaft: Die erste drupa fand 1951 mit 527 Ausstellern aus zehn Ländern statt. Sie war ein großer Erfolg und der erste Schritt auf dem Weg zur inter­national bedeutendsten Messe der Druck- und Medienwirtschaft mit mehr als 1.800 Ausstellern und rund 260.000 Besuchern aus 188 Ländern der Welt (im Jahr 2016).

Bild1: Wirtschaftsminister Erhard ließ sich auf der Drupa 1951 den Heidelberger Tiegel zeigen (Heidelberger Druckmaschinen)
Bild2: Blick in eine Messehalle 1951 (Messe Düsseldorf)
Bild3: Plakat DRUPA Internationale Messe Druck und Papier 1951 (Messe Düsseldorf)

Dieses Jahr wird zum wachstumsstärksten der deutschen Geschichte. Die Wirtschaft wuchs um 10,5 Prozent, die Reallöhne sind um 10 Prozent gestiegen.
Der VdGB bezieht seine neue Geschäftsstelle in der Theatinerstraße 31 in München.

Bild: Der "Wirtschaftswunderwagen" VW Bus T1 wurde zum Sinnbild für die aufkeimende Wirtschaft (Anzeige aus dem Mitteilungsblatt des VdGB, April/1958)

Jahrzehntelang beherrschte die „Linotype“ die Satzherstellung in aller Welt (s. Bild). Schon ab 1935 konnten die Maschinen mit Lochstreifen gefüttert werden. Erst Mitte 1976 lieferte Linotype die letzte Setzmaschine für Bleisatz aus. Anfang der 1970er-Jahre war der Handsatz noch weit verbreitet, dies änderte sich im Laufe der kommenden Jahre mit der Einführung des Fotosatzes. In der Bildreproduktion war die analoge Reprofotografie mittels Filtertechnik und Retusche vorherrschend und im Bereich des Drucks war der Buchdruck das klassische Verfahren.

Willy Schleunung (r.) wird auf der 27. Mitgliederversammlung des VBD in Garmisch-Partenkirchen von den Mitgliedern als Nachfolger von Eberhard Oldenbourg (l.) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Eberhard Oldenbourg blieb als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand.

Der VBD gründet seine Überbetriebliche Ausbildungsstätte (üba) in der Klenzestraße 57 in München.

Fast alle Sektoren der Wirtschaft wurden von der Krise erfasst. Auch konjunkturpolitische Maßnahmen der Bundesregierung konnten diese nicht verhindern. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sank das Bruttosozialprodukt gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent. "Das Jahr 1975 war wirtschaftlich das schwärzeste der Nachkriegszeit. Die bayerische Druckindustrie hat eine schwere Krise durchlaufen. Konjunkturelle, aber auch strukturelle Gründe sind die Ursachen. Zweistellige Umsatzverluste, ein hoher Beschäftigtenrückgang, noch höhere Verluste an Arbeiterstunden, fast 5% Arbeitslose und fehlende Erträge, kennzeichnen das düstere Bild der wirtschaftlichen Situation der bayerischen Druckindustrie".

Am Beispiel der Zeitungsproduktion kann das Vordringen des ­Offsetdrucks eindrucksvoll demonstriert werden. Zwar wurden 1975 nur 7,3 Prozent aller Zeitungen im Offset­druck­verfahren ­hergestellt, doch stieg der Produktionswert der im Offsetdruckverfahren ­hergestellten Zeitungen gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent. Im Buchdruck lag der Marktanteil bereits bei 60 Prozent der gesamten Buchproduktion.

Bild: Einführung der Vierfarben-Maschine Speedmaster 72 im Format 52 x 72 cm als erstes Modell der neuen Heidelberg- Offsetgeneration auf der Druckfachmesse 1974 in Chicago. Zur drupa 1977 stellte das Unternehmen mit Computer Print Control (CPC) eine neue elektronische Kontroll- und Steuertechnik für die Heidelberg Speedmaster vor.

Ab Anfang der 1980er-Jahre nahm die Digitalisierung in der Druckproduktion Fahrt auf. Mit dem ersten Mac, wegen des kleinen Bildschirms „Mäusekino“ genannt, begann die eigentliche Revolution.

Ein Jahrzehnt ununterbrochener Aufschwung geht zu Ende Ein Jahrzehnt ununterbrochenen Aufschwungs, der der Bundesrepublik 30 % reales Sozialprodukt-Wachstum und rund 3,2 Millionen neue Arbeitsplätze brachte, geht zu Ende. Dieses Jahrzehnt begann 1983 mit einem zögernden Wachstum von 1,9 %, gipfelte in 4,9 % im Boomjahr der Wiedervereinigung 1990 und läuft schließlich 1992 mit einem Plus von nur 1 % aus. Die positiven Entwicklungen in der Kommunikations- und Werbebranche in den 80er Jahren wirkten sich bis 1992 auch auf die Druckbranche aus. Erstmals seit 1983 war im Jahr 1993 die Zahl der Betriebe in der deutschen Druckindustrie, bedingt durch die allgemeine Rezession, rückläufig.
Beim VBD löst  Hannsgörg Pfeiffer (r.) Willy Schleunung (Bildmitte) nach 20 Jahren als Vorsitzenden ab, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird. Links im Bild: Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Beichel.
Der VBD gründet sein Schulungszentrum SKILL in der Lerchenstraße 14 in München.

Der längste Arbeitskampf der Branche zog sich von Ende 1993 bis zum 3. Juli 1994 hin. Begonnen hatte er mit einem 40-seitigen Verhandlungs­paket der IG Medien und geprägt wurde er von einer 
fragwürdigen Mitgliederbefragung der Gewerkschaft, einer Urabstimmung in lediglich einzelnen ausgewählten Betrieben, Kurz- und Wellenstreiks sowie einer gescheiterten Schlichtung. Das Ergebnis mit 2-prozentiger Lohnerhöhung, Öffnungsklauseln für zuschlagfreie Überstunden sowie bloßen Verhandlungsverpflichtungen für die weite­ren Gewerkschaftsforderungen stoppte dann jedoch erstmals seit Langem die Bestrebungen der IG Medien, die Belastungen für die Druckereien weiter auszudehnen. Die Realität der Anfang der 1990er Jahre begonnenen wirtschaftlichen Talfahrt der Druckindustrie hatte nun auch die Tarifpolitik eingeholt.

Im historischen Reichssaal des Alten Rathauses zu Regensburg fand die 50. Jahreshauptversammlung des VBD am 10. Mai 1996 mit mehr als 300 Besuchern statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag "Der Freistaat Bayern in den Herausforderungen unserer Zeit" des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.
Der Landesvorsitzende Hannsgörg Pfeiffer führte aus: „Die Druckindustrie in Bayern verzeichnete seit 50 Jahren überdurchschnittliche Zuwachsraten. Der Umsatz stieg seit 1950 von 300 Mio. DM auf über 8 Mrd. DM im Jahre 1995. Die Beschäftigtenzahl nahm von 30.000 auf 40.000 zu. Entsprechend dynamisch hat sich der Verband der Bayerischen Druckindustrie e.V. in seinen ersten 50 Jahren entwickelt."

Ein revolutionärer Schritt erfolgte durch die Ausbreitung der Digitaltechnologie und die weitere Vernetzung der Produktion in den 1990er Jahren. Ein einheitlicher Ausbildungsberuf für die Druckvorstufe und die Digitalmedienproduktion, der Mediengestalter für Digital- und Printmedien, war 1998 die Antwort auf diese Innovationen.
Nach 37 Jahren wird Dr. Klaus Beichel von Karl Georg Nickel als Hauptgeschäftsführer abgelöst.

Aus den Berufen Drucker/in, Siebdrucker/in und Buchbinder/in wurden Medientechnologen Druck, Medientechnologen Siebdruck und Medientechnologen Druckverarbeitung (Industrie), während der Buchbinder im Handwerk erhalten blieb. Aus dem/der Verpackungsmittelmechaniker/in wurde wiederum der/die Packmitteltechnologe/in.        
Der ProzessStandard Offsetdruck wird erstmals veröffentlicht. Er gehört zu den wichtigsten technischen Standardwerken der jüngeren Verbandsgeschichte.

Der Verband Druck und Medien Bayern e.V. erhält den INNOVATION AWARD „Verband des Jahres“ der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement e.V. (DGVM) in der Kategorie „Reform und Management“. 
Christoph Schleunung, Vorsitzender des VDMB, freute sich über die Auszeichnung: „Die Entscheidung der Jury ist eine große Anerkennung für die erfolgreiche Neuausrichtung unseres Verbandes in den vergangenen vier Jahren. Ein besonderes Lob gebührt auch allen Kolleginnen und Kollegen in den Geschäftsstellen: Wir sind stolz auf das Erreichte und freuen uns sehr, dass die DGVM unsere besondere Erfolgsgeschichte in unserem Jubiläumsjahr jetzt mit dem INNOVATION AWARD gewürdigt hat.“
Bild: Dr. Paul Albert Deimel (bvdm) freut sich gemeinsam mit Christoph Schleunung (Landesvorsitzender VDMB)  und Holger Busch (Hauptgeschäftsführer VDMB) über die Auszeichnung des VDMB zum Verband des Jahres.

Bei der Einweihung des neuen Gebäudes wurde auch die Heidelberg Speedmaster an Fogra und VDMB übergeben. V.l.: Holger Busch, VDMB; Stefan Aumüller, Fogra; Andreas Lang, Heidelberger Druckmaschinen; Prof. Sebastian Bauer, AiF; Franz Josef Pschierer, Bayerischer Wirtschaftsminister; Dr. Eduard Neufeld, Fogra; Christoph Schleunung, VDMB; Thomas Glashauser, 1. Bürgermeister Gemeinde Aschheim (Foto: Astrid Schmidhuber)

Der VDMB wurde zum Leistungszentrum für Druck und Medien der WorldSkills Germany ernannt. In dieser neuen Funktion hat der VDMB mit seiner Überbetrieblichen Ausbildung erstmalig die Bayerischen Meisterschaften für Druck- und Medientechnik in Aschheim bei München ausgetragen. Dabei wurden die leistungsstärksten Azubis Bayerns in den Disziplinen Mediengestaltung und Drucktechnik ermittelt.
Die Gewinner der Bayerischen Meisterschaften wurden im Rahmen einer eigenen Gautschfeier geehrt und nahmen an den Deutschen Meisterschaften für Druck und Medien bei der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch teil.

Die Auswirkungen der Corona-Krise und die wirtschaftlichen Perspektiven der bayerischen Druck- und Medienunternehmen waren die zentralen Themen auf der Jahrestagung 2020 des VDMB in Aschheim. Die Veranstaltung fand unter strengen Auflagen und mit einem umfassenden Hygienekonzept statt.

Die Unternehmen der Druck- und Medienbranche traf die Krise mit leichter Zeitverzögerung, doch nach Abarbeiten der noch vorhandenen Aufträge brach das Auftragsvolumen bei fast allen Betrieben dramatisch ein. 94 % der Unternehmen waren von Corona-bedingten Auftragsrückgängen betroffen, 75 % sogar stark. Spätestens mit dem Einbruch des Werbemarktes sahen sich viele Druck- und Medienunternehmen existenziell bedroht. „Diese Ausnahmesituation war für viele unserer Unternehmen außerordentlich schwierig, konnte aber dank der unbürokratischen finanziellen Hilfen und dem bewährten Mittel der Kurzarbeit weitgehend überstanden werden“, würdigte Christoph Schleunung, Landesvorsitzender des VDMB, das Krisenmanagement der Politik in Bayern und Berlin und fügte an: "Es ist schon fast eine Binsenweisheit, dass man Krisen gemeinsam besser durchsteht. Wir alle haben in den zurückliegenden Wochen festgestellt, wie wichtig ein funktionstüchtiger Verband für seine Mitglieder ist. Ganz besonders in schwierigen Zeiten. Und wie vielen anderen Mitgliedsunternehmen hat auch uns der Verband mit seinen tagesaktuellen Informationen geholfen, den Überblick zu behalten. Dank der persönlichen Beratung fiel es uns Unternehmern deutlich leichter, Kurzarbeit oder Schnellkredite erfolgreich zu beantragen. Ich sage es daher außerordentlich gerne: Der VDMB ist die gelebte Solidarität unserer Branche!"

Bild: Tatkräftig für den Wirtschaftsstandort Bayern: Holger Busch, Hauptgeschäftsführer des VDMB, Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Christoph Schleunung, Landesvorsitzender des VDMB (v.l.)